ASB Magazin
Dezember 2025
9/19

Starke Gemeinschaft – starke Resilienz

Gemeinsam vorbereitet für den Ernstfall

Ob Sturmflut, Stromausfall oder Hitzewelle – Schleswig-Holstein kennt die Herausforderungen des Nordens. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie verletzlich unsere Gesellschaft in Krisen sein kann. Gleichzeitig wurde deutlich: Wenn wir zusammenhalten, können wir auch schwierige Zeiten bewältigen.

Krisenfest im Norden
Der Arbeiter-Samariter-Bund will die Resilienz – also die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaft – weiter stärken. Denn Krisen werden kommen, die Frage ist nur, wie gut wir darauf vorbereitet sind. Ziel ist, Menschen zu befähigen, in Notlagen handlungsfähig zu bleiben – für sich, für andere und für das Gemeinwohl.

Was bedeutet Resilienz eigentlich?
Resilienz im Bevölkerungsschutz heißt: flexibel reagieren, sich schnell erholen und aus Krisen lernen. Sie entsteht durch Wissen, Vorbereitung, Engagement und Gemeinschaftssinn. Wie BBK-Präsident Ralph Tiesler beim ASB-Bevölkerungsschutzkongress betonte: „Es reicht nicht, wenn der Staat vorbereitet ist – auch die Bevölkerung muss mitziehen.“ Und der ASB-Bundesvorsitzende Knut Fleckenstein ergänzte: „Resilienz ist keine Floskel, sondern eine Notwendigkeit.“ Für den ASB Schleswig-Holstein bedeutet das: Wissen fördern, Strukturen stärken und Menschen vernetzen, die Verantwortung übernehmen. Denn Resilienz ist kein Zustand, sondern eine Haltung.

Vorsorge mit Augenmaß
Krisenvorsorge heißt nicht, Angst zu schüren, sondern Verantwortung zu übernehmen. Ein Vorrat an Wasser, haltbaren Lebensmitteln und Batterien für rund zehn Tage kann im Notfall entscheidend sein. Ebenso wichtig ist ein gepacktes Notgepäck mit Dokumenten, Medikamenten, Taschenlampe, Radio und Ladegeräten – für den Fall einer Evakuierung.

Wer zusätzlich Warn-Apps wie NINA nutzt, wichtige Telefonnummern kennt und regelmäßig Erste-Hilfe-Kenntnisse auffrischt, ist für viele Situationen gewappnet.

Viele ASB-Regionalverbände in Schleswig-Holstein bieten regelmäßig Kurse an – von der klassischen Ersten Hilfe bis zu Schulungen in „Erster Hilfe mit Selbstschutzinhalten“ (EHSH). In diesen Kursen lernen Bürgerinnen und Bürger, sich und andere zu schützen und im Notfall auch professionelle Einsatzkräfte zu unterstützen. Denn jede:r kann einen Beitrag leisten.

Ehrenamt – das Rückgrat der Sicherheit
Rund 90 Prozent der Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz sind Ehrenamtliche – beim ASB bilden sie das Rückgrat der Sicherheit. Ob Schnell-Einsatz-Gruppen, Wasserrettung, Drohnenteams oder Rettungshundestaffeln: Überall engagieren sich Freiwillige, die mit Kompetenz, Herz und Teamgeist für andere da sind.

Gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein mit Inseln, Halligen und Küstenregionen sind flexible Strukturen entscheidend. Mobile Betreuungsstellen, Katastrophenschutz-Leuchttürme und moderne Kommunikationsmittel helfen, auch dann handlungsfähig zu bleiben, wenn Strom oder Verkehrswege ausfallen.

Der ASB setzt sich dafür ein, dass Ehrenamtliche bestmöglich unterstützt werden – mit moderner Ausstattung, klaren Freistellungsregelungen und gesellschaftlicher Anerkennung. Denn ohne sie würde Bevölkerungsschutz nicht funktionieren.

Technik, Teamgeist und Tatkraft
Die Einsatzkräfte des ASB sind rund um die Uhr bereit – zu Land, zu Wasser und aus der Luft:

• Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG) unterstützen bei Großschadenslagen, Evakuierungen oder Versorgungseinsätzen. Die erste SEG im Land wurde 1988 in Ostholstein gegründet.

• Wasserrettung und Tauchergruppen helfen bei Notfällen im Wasser und beim Hochwasserschutz – unverzichtbar in einem Land mit über 1.100 Kilometern Küstenlinie.

• Drohnenstaffeln liefern Lagebilder aus der Luft und unterstützen Einsatzleitungen bei Bränden, Unfällen oder Personensuchen.

• Rettungshundeteams suchen Vermisste auf großen Flächen oder in Trümmern – auch bei internationalen Hilfseinsätzen.

• Die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) begleitet Menschen in seelischen Krisen nach belastenden Ereignissen – mit Empathie und fachlicher Kompetenz.

Diese Vielfalt zeigt, wie breit der ASB aufgestellt ist – und wie wichtig es ist, dass Ehrenamt und Technik Hand in Hand gehen.

Gemeinschaft als Schlüssel
Sicherheit entsteht nicht allein durch Technik oder Behörden – sie wächst aus Gemeinschaft. Wenn Nachbar:innen sich kennen, Informationen teilen und füreinander da sind, entsteht Zuversicht statt Sorge. Resilienz beginnt bei jeder und jedem Einzelnen, wächst aber durch Zusammenhalt. Jede Übung, jedes Engagement und jedes geteilte Wissen machen unser Land ein Stück widerstandsfähiger. Schleswig-Holstein lebt diesen Geist – ob bei Übungen, Einsätzen oder in den zahlreichen Ausbildungsangeboten der ASB-Regionalverbände. Der ASB steht dabei als verlässlicher Partner an der Seite der Menschen – mit praktischer Unterstützung, Wissenstransfer und gelebter Solidarität.

Fazit: Schleswig-Holstein hält zusammen
Resilienz ist kein Schlagwort, sondern eine Haltung. Der ASB stärkt Strukturen, Mitglieder und das Vertrauen ineinander – damit wir alle im Ernstfall handlungsfähig bleiben. Denn wenn’s stürmt, zählt, dass wir gemeinsam anpacken. Machen Sie mit – für sich, für andere und für ein solidarisches Miteinander!


Text: Kerstin Bröde/Hanjo Merkle