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Im Jahr 1924 begannen einige engagierte Bürgerinnen und Bürger, angeführt von Johann Sass, mit der Idee, Menschen in Not zu helfen. Mit einfachen Mitteln und unermüdlichem Einsatz schufen sie den Grundstein für den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Flensburg. Was damals mit ein paar Sanitätern am Strand begann, ist heute – 100 Jahre später – eine unersetzliche Stütze der Gemeinschaft. Der ASB ist gewachsen, hat sich weiterentwickelt und sich als fester Bestandteil des sozialen Lebens in Flensburg und Schleswig-Holstein etabliert. Heute zählt der ASB-Regionalverband Flensburg stolze 4.500 Mitglieder. Sie bilden das Fundament, auf dem viele Projekte und Initiativen gedeihen, die tagtäglich die Gesellschaft prägen und unterstützen.
Von Erster Hilfe bis zur Hightech-Rettung
Die Arbeit des ASB hat sich stetig gewandelt, doch das Ziel ist geblieben, Menschen in Notsituationen schnell und effektiv zu helfen. Ein Paradebeispiel ist die „Saving Life“-App, die in der Tasche vieler Freiwilliger funktioniert. Wenn irgendwo in Flensburg jemand dringend Hilfe benötigt, piepen die Handys der Helfer:innen, die sich gerade in der Nähe befinden. In wenigen Minuten können sie vor Ort sein – oft lange vor dem Rettungswagen – und wertvolle Zeit gewinnen, um Leben zu retten.
Soziale Verantwortung in der Region
Der ASB ist nicht nur in der Rettung aktiv, er übernimmt auch wichtige soziale Aufgaben. Der ambulante Pflegedienst des ASB ermöglicht es älteren Menschen, in ihren eigenen vier Wänden versorgt zu werden. Für viele von ihnen ist auch der tägliche Besuch von „Essen auf Rädern“ mehr als nur eine warme Mahlzeit – der Service bedeutet auch ein Stück Geborgenheit und Kontakt zur Außenwelt.
Ein Jahrhundert des Engagements
Am 6. September 2024 feierte der ASB Flensburg sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Oase Mürwick, bei dem sich Geschichte und Zukunft die Hand gaben. Hans-Jürgen Fahl, Vorsitzender des Regionalverbandes Schleswig-Flensburg, begrüßte rund 100 Gäste. Der Oberbürgermeister der Stadt Flensburg, Dr. Fabian Geyer, dankte dem ASB für seine unermüdliche Arbeit. „Der ASB ist ein fester Bestandteil unserer Stadt. Ohne ihn wäre Flensburg nicht dasselbe“, betonte Geyer. „Allerdings wird es immer schwieriger, Ehrenamtliche zu finden“, gab Hans-Jürgen Fahl zu bedenken. Besonders in der Erste-Hilfe-Ausbildung, im Sanitätsdienst und im Katastrophenschutz fehlt es oft an engagierten Menschen.
Das Jubiläum war ein Fest der Erinnerungen mit Blick in die Zukunft. Der ASB Flensburg steht auch nach 100 Jahren für Hilfe, die ankommt – nahe am Menschen, innovativ und immer mit einem offenen Ohr für die Bedürfnisse der Gesellschaft. Der ASB zeigt täglich, was Menschlichkeit im Kern bedeutet: für andere da zu sein, wenn es am meisten zählt.
Text: Kai Kulschewski